Unser Edinger-Neckarhäuser Kreisrat und Sprecher im Finanz- und Verwaltungsausschuss für die SPD-Fraktion im Kreistag, Thomas Zachler, berichtet über ein Umwelt-Thema, dass die SPD-Fraktion als Antrag in den Kreistag einbringt: Altspeisefette und -öle aus Privathaushalten werden im Rhein-Neckar-Kreis nicht getrennt erfasst. Sie landen im Restmüll oder im Abfluss. Im Kanalnetz führen sie zu Ablagerungen und Verstopfungen und verursachen Kosten für Spülung, Störungsbeseitigung und Pumpenwartung, die die Städte und Gemeinden tragen. Verloren geht dabei ein Rohstoff, für den ein etablierter Verwertungsweg besteht: die Hydrierung zu paraffinischem Dieselkraftstoff (HVO), der in Nutzfahrzeugen fossilen Diesel ohne technische Umrüstung ersetzt. Wir entsorgen also mit Aufwand einen Stoff, den wir anschließend als Kraftstoff einkaufen.
Wir wollen auch bei Altspeisefetten und -ölen Kreislaufwirtschaft. Dass dieser Kreislauf funktioniert, wird bereits in anderen Kommunen und Kreisen gezeigt. Daher beantragen wir als Kreistagsfraktion, die AVR Kommunal AöR zu bitten, gemeinsam mit der AVR UmweltService GmbH ein Konzept zu erarbeiten, wie Altspeisefette und -öle aus Privathaushalten im Rhein-Neckar-Kreis getrennt erfasst und zu HVO-Kraftstoff für die eigene Abfallsammelflotte verwertet werden können. Das Konzept soll Aussagen zum Erfassungssystem, zum Mengenpotenzial, zur Klimawirkung sowie zu Kosten, Erlösen und Gebührenwirkung enthalten. Die AVR wird gebeten, dabei den Erfahrungsaustausch mit der Kreislaufwirtschaft Neckar-Odenwald (KWiN) und der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises (AWN) zu suchen und zu prüfen, ob eine Zusammenarbeit über die Kreisgrenze hinweg sinnvoll ist. Bis zur Etablierung eines eigenen Kreislaufs soll die Nutzung von erwerbbaren HVO-Kraftstoffen geprüft werden.
